Eila
Um einen Anger und den Dorfteich herum gruppieren sich die einzelnen Anwesen. Durch den guten Erhalt alter Bausubstanz und die Würdigung als „Ensemble" im Denkmalschutz ist der Ortskern ein beliebtes Photomotiv. Erfolge bei Wettbewerben wie "Unser Dorf soll schöner werden" belohnen die Bewohner für die Bemühungen um ihren Ort.

 

 

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Kurzbeschreibung von Eila
(von Robert Burgis)

 

Die Besiedlungsform von Eila ist das im Mittelalter bei der Urbarmachung Oberfrankens häufig genutzte Runddorf mit dem Dorfteich in der Mitte. Um diesen Teich wurden die einzelnen Anwesen angelegt.
Urkundlich wurde Eila erstmals im Jahr 1307 erwähnt, als es vom damaligen Landesherren, Graf Otto VI von Orlamünde, an die Kirche von Teuschnitz abgegeben wurde und dann über Kloster Langheim an den Bischof von Bamberg fiel.

Zum 30-jährigen Krieg konnte aus schriftlichen Unterlagen nur ein Todesfall belegt werden, wenngleich mehr Opfer vermutet werden dürfen. Die Kriegswirren suchten Eila arg heim, denn es wurde total niedergebrannt. Die Bewohner hatten sich im „Bühl-Holz“ versteckt und mussten mit ansehen, wie ihre Anwesen in Flammen aufgingen. Verstorbene wurden im „Kestels-Hölzla“ unterhalb des Bühl-Holzes beerdigt. Knochenfunde bis in die heutige Zeit dürften wohl auf diese Zeit zurückgehen.
In der Pestzeit wurden im Jahre 1637 vier Fälle in Eila registriert.

Im Jahr 1733 hütete der gemeindliche Schweinehirt, der im Hirtenhaus wohnte, auf einem Gemeindegrundstück, der sogenannten „Traab“, die Schweine, als ein Gewitter aufzog und ein Blitz den
5-jährigen Sohn des Hirten erschlug. Die Gemeinde fertigte daraufhin eine Marter an und stellte sie neben dem damaligen Hirtenhaus auf, wo sie heute noch zu finden ist (am Ortseingang von Pressig her auf der linken Seite, neben Hausnummer 18).

Um das Jahr 1780 ist eine erste Industrialisierung in Eila festzustellen. Es wurde Lehm abgebaut und in einer Ziegelei mit einem Brennofen und einer Trockenhalle zu Backsteinen verarbeitet. Das ganze war eine harte Arbeit:

Der Lehm wurde nach dem Abbau eingeweicht und musste so lange geknetet werden, bis er genau die richtige Konsistenz hatte. Dann wurde der Lehm zu einem Kloß geformt und in eine Form gesteckt. Diese Form wurde an einer 2 m langen Stange über den Kopf geschwungen und kräftig auf eine Unterlage geschlagen, so dass sich der Kloß zur Form eines Backsteins ausbreitete. Nach Abnahme der Form wurde der noch weiche Stein in die Trockenhalle gestellt. Nach ein paar Tagen waren die Steine trocken genug und konnten gebrannt werden. Diese Tätigkeit brachte den Eilaer Bürgern den Spitznamen „die Lahmapatsche“ ein, was angesichts der Arbeit nicht abschätzig gemeint war. Mitte des 19. Jahrhunderts gingen die Lehmvorräte in den öffentlichen Grundstücken zur Neige, so dass die Gemeinde das Geschäft aufgab. Weitergemacht haben nur noch einige Bauern, die auf ihren eigenen Grundstücken das Rohmaterial abbauen konnten. Ende des 19. Jahrhunderts wurde vom „Platschen“ auf eine Produktion mit einer hochmodernen Dampfpresse umgestellt. Dabei hat man sich aber finanziell übernommen, so dass die gesamte Produktion und auch das Privatvermögen verloren gingen.

Inzwischen war politisch ein großer Umbruch erfolgt. Auf Betreiben Napoleons wurde der Bischof am 23.08.1802 als Landesherr abgesetzt und das gesamte Franken nach Bayern einverleibt. Damit hatten jetzt die Wittelsbacher das Sagen. Die Stadt Teuschnitz wurde dem Amt Kronach gleichgestellt, erhielt ein königliches bayerisches Landgericht und war von da an auch der Sitz der unteren Behörde für die Bewohner von Eila. In den folgenden Jahrzehnten gab es ein ständiges Hin und Her in den Zuständigkeiten zwischen Kronach, Teuschnitz, Lauenhain, Ludwigsstadt und Nordhalben, bis endlich im Jahre 1931 das Bezirksamt Kronach als alleinige führende Ortschaft übrig blieb und im Jahr 1939 in Landkreis bzw. Landratsamt umbenannt wurde.

Im Jahre 1978 verlor Eila im Zuge der Gemeindegebietsreform die Eigenständigkeit und wurde mit
8 weiteren bis dahin selbstständigen Gemeinden zum Markt Pressig eingemeindet.

Heute ist Eila ein beschauliches Dörflein mit wunderbar erhaltenen Häusern im Ortskern, insbesonders um den Dorfteich herum.

Engagierte Eilaer Bürger in Vereinen sowie bei kirchlichen und weltlichen Veranstaltungen sorgen dafür, dass in Eila bis heute die dörfliche Gemeinschaft gepflegt wird.