Friedersdorf - ein Frankenwald-Dörflein

Die erste urkundliche Erwähnung der Markung Friedersdorf geht auf das 12. Jahrhundert zurück.
Das Runddorf mit Dorfplatz und Weiher in der Mitte ist auch Ausgangspunkt für Wanderwege in waldreicher Umgebung.

   Friedersdorf 2   

 

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Im August 1195 ließ Bischof Otto II. von Bamberg in Bayreuth eine Schenkungsurkunde ausstellen, in der er dem Kloster Ensdorf bei Amberg ein größeres Waldgebiet im "Nortwald" übertrug. Dabei handelt es sich um eine Markung, welche sich ein Friedrich von Ruite erstritten hatte. Dieser ist als  Ortsgründer anzusehen. Am Fuße des Hohenberges (552 Meter) wurden zu beiden  Seiten des kleinen Buchbachs 13 Güter angelegt. Lehensherr war bis 1806 der Bischof von Bamberg.

 

Kirchlich gehörte Friedersdorf zur katholischen Pfarrei Rothenkirchen, welche um 1548 durch seine Besitzer, von Würzburg, zur neuen Lehre übertrat. Friedersdorf, welches bambergisches Lehen war, mußte ab 1612 in Welitsch und ab 1618 in Neukenroth den Gottesdienst besuchen. Erst ab etwa 1630 kamen die Friedersdorfer erneut zu der inzwischen wieder katholisch gewordenen Pfarrei Rothenkirchen zurück.

 

Bis um 1500 wurde der Ort "Friedrichsdorf'", nach dem Ortsgründer genannt. Allmählich setzte sich die heutige Schreibweise Friedersdorf durch.

 

Bereits 1323 und 1348 wird der Ort als wüst bezeichnet. Erst 1366 werden die 13 neuen Hofstellen steuerpflichtig. Um 1405 bis ca. 1421 war der Ort erneut verlassen, muß aber kurz darauf wieder besiedelt worden sein. Im Jahre 1507 waren aus den ursprünglichen 13 Hofstellen durch Teilung 19 Hofstellen geworden, darunter eine Mahlmühle. Dazu werden ein Brauhaus mit Badstube, ein Gemeindehaus mit Armenwohnung und Gemeindeschmiede und ein Hirtenhaus sowie zwei Dorfbrunnen genannt. Während die Zahl der Hofstellen bis zum Beginn des 30jährigen Krieges unverändert blieben, hat sich die Zahl der Tropfhäuser durch den Bau eines Forsthauses und weiterer vier Tropfhäuser auf sechs erhöht.

 

Der 30jährige Krieg brachte auch für Friedersdorf Tod und Verderben. In den Jahren 1631 bis 1633 wurden bei Überfällen 11 Männer vom schwedischen Kriegsvolk getötet.
18 weitere Männer und Frauen starben 1634 und 1635 an der Pest. Verstorbene Kinder waren überhaupt nicht aufgeführt. Das Dorf war fast vollständig niedergebrannt. Die Menschen hausten überwiegend in den Wäldern. Landwirtschaft, Holzhandel und Flößerei waren fast ganz zum Erliegen gekommen. Es gab kein Vieh mehr, Äcker und Wiesen waren verwildert. 1646 waren von den 19 Gütern 13 noch abgebrannt,
5 ganz oder nur teilweise wieder erbaut. Von den 6 Tropfhäuser waren 3 neu erbaut, 3 noch abgebrannt. Erst 1680 wurde die letzte Hofstelle neu aufgebaut.

Von den vielen Martern, welche einst in und um den Ort standen, haben nur zwei die Zeiten überdauert. Unterhalb der großen Bücke, schon auf der Rothenkirchener Flur, steht die sogenannte Förstersmarter. Der damalige Friedersdorfer Forstknecht Johann Eberth wurde von einem Wilderer angeschossen.
Nach seiner Genesung hat er 1757 aus Dankbarkeit diese Marter errichten lassen. Der Anlaß der Errichtung der Marter bei der kleinen Brücke ist nicht mehr bekannt.
Kurz vor dem Ort steht das sogenannte Tischeskreuz. Es erinnert an den Studenten der Philosophie Johann Pfadenhauer, Alumnus in Fulda, wo er sich auf das Priesteramt vorbereitete. Wegen einer schweren Erkrankung wurde er 1673 in seine Heimat geschickt, wo er am 30.  Juni 1673 im Alter von 23 Jahren verstarb.  Ein weiterer Gedenkstein wurde 1985 in der Waldabteilung Steinknock nahe der  Quelle des kleinen Buchbachs errichtet. Er erinnert an drei Frauen, die im  September 1945 beim Versuch, die Zonengrenze zu überschreiten von russischen Soldaten festgenommen worden waren und einige Tage später erschossen aufgefunden wurden. Seit 1869 wird im Haus Nr. 11 eine Gastwirtschaft betrieben.
Im Jahre 1894 ließ die Witwe Margaretha Büttner eine Kapelle errichten. Diese Kapelle musste 1950 wegen Einsturzgefahr abgerissen werden. Nach Gründung eines  Kapellenbauvereins am 8. Dezember 1949 konnte 1955 mit den Bau einer neuen  Kapelle an gleicher Stelle begonnen werden. Die Einweihung erfolgte am 7. Oktober 1956 durch Weihbischof Dr. Arthur Michael Landgraf.

 

Die zu unterschiedlichen Zeiten errichteten drei Sägewerke sind wieder eingegangen.

Die oberschlechtige Mahlmühle hat spätestens 1892 den Betrieb eingestellt. Von 1613 bis 1876 blieb die Zahl der Häuser konstant bei 25. Diese Zahl erhöhte sich bis 1950 auf 34.

Bis heute hat sich die Häuserzahl, bedingt durch die rege Bautätigkeit der letzten Jahrzehnte, auf 68 erhöht. Leider stehen von den alten, typisch fränkischen Wohnstallbauten nur noch drei, von denen ein Haus seit Jahren nicht mehr bewohnt wird.
Daneben kam es noch zu folgenden Vereinsgründungen:

 

15. November 1883 Freiwillige Feuerwehr.

13. Februar 1927 Schützenverein.

12. Dezember 1991 Gartenbauverein.

 

Am 1. Januar 1913 beschloss die Gemeindeverwaltung den Bau eines eigenen Schulhauses. Bereits ein Jahr danach konnte der Lehrbetrieb aufgenommen werden. Der Schulbetrieb wurde ab dem Schuljahr 1970/71 eingestellt. Im Zuge der Gebietsreform kam Friedersdorf am 1. Mai 1978 zur Gemeinde Pressig.

 

In Friedersdorf, das über Jahrhunderte rein landwirtschaftlich geprägt war, gibt es heute nur noch einen Nebenerwerbslandwirt.

 

Autor: Georg Heinlein, Haßlach

 

 

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