Meldung vom 29.06.2020

Wegen der Corona-Pandemie waren bis vor Kurzem noch alle Bädereinrichtungen geschlossen. Inzwischen ist es laut der zuständigen Genehmigungs- und Überwachungsbehörden wieder möglich, Schwimmbäder zu öffnen. Dies allerdings ist mit erheblichem organisatorischem,  personellem und finanziellem Aufwand verbunden. Eine Sonderrolle hatten die Naturbäder wegen der nicht vorhandenen Wasseraufbereitung/-desinfektion mittels Chlor. Hierzu sagt das „Eckpunktepapier für standortspezifische Schutz- und Hygienekonzepte für Freibäder während der SARS-CoV-2-Pandemie“ des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) vom 03.06.2020: „Nach Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) ist bei Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik eine direkte Übertragung von SARS-CoC-2 über das Schwimm- und Badewasser höchst unwahrscheinlich. Bei Bädern mit biologischer Aufbereitung enthält das Wasser allerdings kein Desinfektionsmittel, sodass von diesem laut Umweltbundesamt generell ein gewisses Infektionsrisiko mit Mikroorganismen ausgeht. Das Umweltbundesamt empfiehlt, den Badegast vor Ort auf dieses Infektionsrisiko hinzuweisen.“
Das bedeutet, dass auch aufgrund der neuesten Mitteilung des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit auch Naturbäder mit biologischer Wasseraufbereitung geöffnet werden dürfen, da das Ansteckungsrisiko über das Wasser von Naturbädern als gering betrachtet wird.
Der „Schwimm- und Sportverein Markt Pressig e.V.“, der Betreiber des Naturerlebnisbades Rothenkirchen, hatte zur Corona-Situation und zur Beratung hinsichtlich des weiteren Vorgehens eine Ausschusssitzung einberufen, zu der auch Bürgermeister Stefan Heinlein und die Fraktionssprecher der im Marktgemeinderat vertretenden Parteien eingeladen waren.
Vorsitzender Hans Pietz erläuterte eingangs die vorgenannten Rahmenbedingungen zur Wiedereröffnung öffentlicher Badeeinrichtungen. Dann ging er auf die Bedingungen ein, die bei einer eventuellen Öffnung des Naturerlebnisbades wegen Corona strikt einzuhalten sind und was dies an zusätzlichem personellem und finanziellem Aufwand für den Verein und den Markt Pressig bedeutet.
Hier stichpunktartig einige der wichtigsten Bedingungen und Einschränkungen:
- Kein Einsatz des Kassenautomaten sondern personelle Besetzung der Kasse (zusätzlicher Personalbedarf).
- Beschränkungen der Gästezahl, d. h. zahlenmäßige Kontrolle der kommenden und gehenden Badegäste, ggf mit einer einzurichtenden  Lichtschrankenanlage.
- Beschränkung der Schwimmer und der Nichtschwimmer in den Becken. Aus Sicherheitsgründen kann die diesbezügliche laufend notwendige Kontrolle nicht
  der Badeaufsicht  zusätzlich übertragen werden. Das bedeutet, es ist zusätzliches Aufsichtspersonal nötig.
- Beschränkung der Gäste auf der Liegewiese und Einhaltung der Sicherheitsabstände. Auch dies ist zu überwachen.
- Sicherheitsmaßnahmen vor dem Kiosk und auf der Terrasse, deren Einhaltung ebenfalls zu überwachen ist.
- Beschränkter Zugang zu den Toiletten. Auch dieser ist zu kontrollieren.
- Zusätzliche Reinigungsaufgaben in deutlich engeren Abständen.
  Hierfür ist zusätzliches Reinigungspersonal notwendig.
- Kennzeichnung von Wegen, Einbahnregelungen und  Abstandsmarkierungen im gesamten Badegelände.
- Anzuschaffen bzw. zu fertigen sind Hinweisschilder, Leitungsschilder, Merkblätter für Aushang und Auslage sowie Meldezettel die am Eingang vor
  dem Eintritt auszufüllen wären;
- Im Schwimmerbecken müssen abgetrennte Bahnen angelegt werden.
- Ob Sprungturm offen sein kann, wäre noch zu klären. Falls ja, wäre der Zugang zu beschränken und dies zu überwachen, was wieder zusätzliches Personal
  bedeuten würde.
- Duschen sollten bisher im Innenbereich nicht geöffnet  werden. Die Empfehlung war, dass sich die Badegäste daheim duschen sollen. Wenn sie vor dem
  Schwimmbad stehen, werden sie sicher nicht umkehren und zum Duschen nochmal heimfahren. Diese Vorschrift ist nicht kontrollierbar. Behelfsmäßig
  sollten die Schwimmbeckenzugangsduschen genutzt werden! Dies erachtete der Vorsitzende als eine sehr unpassende Alternative, die aber so vorgegeben ist.
- Die Umkleidekabinen im Gebäude dürfen nicht genutzt werden. Es müssten für Rothenkirchen vsl. vier Ein-Mann-Kabinen einfacher Art gebaut werden. Kosten
  je Outdoor-Umkleidekabine ca. 500,- €, zusammen 2.000,-€.
- Für Schilder, Formulare und sonstige Ausstattung wären wohl mindestens nochmal 2.000,- € auszugeben.
- Dazu kommen zusätzliche Personalkosten für Reinigungspersonal, Aufsichten am Becken, im Gelände, vor den Toiletten, auf der Kioskterrasse, an der Kasse
  etc. Es ist aber davon auszugehen, dass das notwendige Personal gar nicht zu finden ist!
Aufgrund der beschriebenen Erschwernisse, die sich auch unmittelbar auf die Badegäste auswirken würden, die aber sehr viel Aufwand, finanziellen Einsatz und zusätzliches Personal bedeuten würden, in Verbindung mit dem zwar geringen, aber nicht auszuschließenden Infektionsrisiko in Naturbadegewässern, beschloss die Vorstandschaft des Schwimm- und Sportvereins einstimmig, das Naturerlebnisbad Rothenkirchen heuer nicht zu öffnen. Dem stimmten die anwesenden Fraktionssprecher ebenfalls einstimmig zu.
Der Sommer soll stattdessen dafür genutzt werden, das Bad und die Gebäude herzurichten und aufzuwerten. Die größte Maßnahme wird es sein, das alte Wohnhaus auf dem Badgelände abzureißen. Wegen der Gestaltung der frei werdenden Fläche sind noch Abstimmungen mit der Regierung notwendig. Bereits diese Baustelle alleine hätte heuer zur Folge, dass das Badgelände südlich des Badebeckens abgesperrt werden muss, also auch die Beachvolleyballanlage heuer sowieso nicht nutzbar ist. Zudem sollen die baulichen und technischen Einrichtungen saniert und hergerichtet werden. Wer es zeitlich ermöglichen kann, den Schwimm- und Sportverein bei den anstehenden Arbeiten und/oder in der nächsten Saison beim Betrieb des Naturerlebnisbades zu unterstützen und als aktiver Helfer oder als Badaufsicht zur Verfügung zu stehen, kann sich im Rathaus melden bei Herrn Antonio Sauchella (09265/99015) oder Frau Marina Hoffmann (09265/99016) oder direkt bei unserem Mitarbeiter im Naturerlebnisbad, Herrn Johannes Glatzer.
Der Schwimm- und Sportverein und der Markt Pressig bitten um Verständnis für die getroffene Entscheidung, das Bad heuer nicht zu öffnen und stattdessen die Einrichtung herzurichten und weiter zu verschönern.

Kategorien: Rathaus

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